Das kleine Ensemble der Musikkapelle Rimpar hat sich der Pflege der regionalen, traditionellen Musik verschrieben. Die Musiker bilden eine klassische, fränkische Bläser-Tanzkapellenbesetzung:
- Es-Klarinette
- zwei B-Klarinetten
- zwei Trompeten (oder Flügelhörner)
- zwei bis drei Tenorhörner – wobei das 1.Tenorhorn eine Gegenmelodie spielt und die anderen zusammen mit der Posaune und der steirischen Harmonika den sog. „Nachschlag“
- Die Posaune (wenn vorhanden), diese kann auch eine Baritonstimme übernehmen, die dann zweistimmig zur Tenorhornstimme verläuft
- Eine Tuba
Die klassische Tanzfolge auf dem „Plan“ (dem Tanzboden) ist: Walzer, Rheinländer, Schottisch (Polka) und Dreher (Galopp), das sog. „Zipfele“. Manchmal wird auch eine Mazurka oder ein Zwiefacher getanzt. Bei den fränkischen Tänzen gibt es viele Figurentänze, die nach einer typischen Tanzfigur mit einem Walzer oder einem Schottisch enden. Damit sich die Tänzer die komplizierte Schrittfolge merken, hat der Volksmund immer einen Text dazu erfunden. Die Musiker singen diesen Text deshalb vor – begleitet von der „Rhythmusgruppe“ oder der Harmonika.
Im ländlichen Bereich in Mittelfranken und in der Schweinfurter Gegend ist die Tanztradition ungebrochen überliefert und fortgeführt worden. Junge Paare erlernen für die „Kerwä“, die Kirchweihfeier, immer noch die alten Tanzformen und es gibt in Franken eine Vielzahl an kleinen Blaskapellen, die sie begleiten. „Ouwä lings“ möchte diese in Rimpar verloren gegangene Tradition wieder beleben.
Die Gruppe Ouwä lings wurde vor 15 Jahren aus Mitgliedern der Musikkapelle Rimpar gegründet und ist weiterhin ein Teil des Musikvereins. Eingespielte Gagen gehen auf das Konto des gemeinnützigen Vereins. Alle gespielten Stücke des Ensembles sind traditionell und damit GEMA-frei.
Die Idee, fränkische Musik zu spielen, entstand bei einem Kesselfleisch-Essen. Unter Leitung von Stefan Schalanda entwickelte sich das Ensemble rasch zu einer gefragten Musikgruppe in ganz Franken, begleitete Kirchweihtänze, Maibaumaufstellungen, spielte bei regionalen Volksmusiktagen und wurde auch in Rimpar zu vielen Veranstaltungen gebucht. Wie das Foto verrät, haben die Mitglieder gewechselt – aber die Freude am Spiel der Melodien aus alten vergessenen Handschriften ist unverändert geblieben!
